Begegnung mit einem Freund: Ukrainerinnen aus Merzenich danken Bürgermeister Gelhausen und überreichen Bücher

Begegnung mit einem Freund: Ukrainerinnen aus Merzenich danken Bürgermeister Gelhausen und überreichen Bücher
Die Ukraine-Fahne vor dem Rathaus Merzenich — seit fünf Jahren ein sichtbares Zeichen der Solidarität. Das Team von COD e.V. mit Bürgermeister Georg Gelhausen beim Besuch im Rathaus Merzenich, 18. Mai 2026.

Fünf Jahre Ukraine-Fahne und ein Gespräch über Menschlichkeit: COD e.V. zu Gast im Rathaus Merzenich

Am 18. Mai 2026 besuchte das Team von COD e.V. mit einer Gruppe ukrainischer Frauen Bürgermeister Georg Gelhausen im Rathaus der Gemeinde Merzenich — und die Begegnung hinterließ bei allen Beteiligten bleibenden Eindruck.

Seit fünf Jahren weht die blau-gelbe Fahne der Ukraine vor dem Merzenicher Rathaus. Für viele Frauen, die ihre Männer und Väter an der Front zurücklassen mussten und in Deutschland Schutz gesucht haben, war dieses Zeichen das erste Signal: Hier sind wir willkommen. „Wir kamen nach Merzenich mit Angst und Unsicherheit — und fanden Wärme, Sicherheit und Unterstützung. Dass die ukrainische Flagge vor dem Rathaus weht, hat uns sofort das Gefühl von Zuhause und Geborgenheit gegeben", berichtete eine Mutter, deren Tochter in diesem Jahr ihren Schulabschluss an einer Gesamtschule macht.

Bürgermeister Gelhausen erläuterte, wie solche Entscheidungen in der Gemeinde getroffen werden, und versicherte: Die Fahne bleibt — als Symbol der Unterstützung des ukrainischen Volkes — so lange vor dem Rathaus, bis der Krieg vorbei ist. Er teilte auch eine persönliche Familiengeschichte, die erklärt, warum ihm die Ukraine so am Herzen liegt. Die Erzählungen der Frauen bewegten ihn sichtlich. „Ich würde mir wünschen, dass der Krieg schnell endet und die Frauen ihre Männer und Väter so bald wie möglich in die Arme schließen können", sagte Gelhausen.

In den vergangenen Jahren hat sich in der Gemeinde Merzenich ein kleines Netzwerk ukrainischer Frauen gebildet, die sich aktiv am gesellschaftlichen und kulturellen Leben beteiligen. Eine Frau, die aus einem völlig zerstörten Dorf im Osten der Ukraine geflohen war, hat hier eine Stelle als Lehrerin gefunden und unterrichtet ukrainische Kinder in Deutsch. Kollegin Khrystyna Vynnychenko übernahm beim Besuch im Rathaus die Dolmetschertätigkeit. „In der Gemeinde Merzenich leben Menschen aus 40 Nationen, viele davon haben Schweres erlebt und gemeinsam mit uns neu angefangen. Ich freue mich sehr, dass wir ukrainischen Frauen durch ehrenamtliche Projekte einen sicheren Ort anbieten können", betonte der Bürgermeister.

Als Zeichen des Dankes überreichten die Teilnehmerinnen Bürgermeister Gelhausen ukrainische Bücher von ukrainischen Autorinnen und Autoren — ein Geschenk im Rahmen des Projekts „Das ukrainische Buch für deutschsprachige Freunde der Ukraine". Gelhausen nahm die Bücher mit großer Begeisterung entgegen und hob hervor, dass die ukrainische Gemeinschaft sich durch ihre Verbundenheit mit nationalen Werten und ihren Zusammenhalt auszeichne.

„Wir haben hier so viele Möglichkeiten, uns weiterzuentwickeln und das Erlebte aufzuarbeiten. Wir sind dankbar und motiviert, dazu beizutragen und die deutsch-ukrainischen Beziehungen zu vertiefen", so die Besucherinnen abschließend.